Freie Presse - Lokalredaktion Werdau

Verein: Waldbahn soll fahren

Nur rund 500 Werdauer nutzen täglich den Zug

vom 21.5.2008

Werdau. "Von der Politik haben wir als Förderverein seit 2001 keinerlei Unterstützung erfahren, obwohl wir die Eisenbahn aktivieren wollen", hat André Ackermann, Geschäftsführer des Eisenbahnfördervereins Westsachsen/Ostthüringen "Friedrich List", während einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend gesagt. Der Werdauer SPD-Ortsverein hatte unter dem Motto "Vernunft braucht Schiene" eingeladen, was laut Michael Jubelt, Chef der Stadtratsfraktion im Rathaus, der Auftakt zu einem regelmäßigen Eisenbahnstammtisch sein sollte.

Zu dieser Veranstaltung war neben André Ackermann unter anderem Hans-Jürgen Lücking, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG in Sachsen, eingeladen. Er machte für die fehlende Dichte der regionalen Fahrleistungen auf der Schiene im Personenverkehr die Politik verantwortlich, was einige Besucher der Veranstaltung nicht verstehen wollten.

"Wir fahren auf den Strecken mit den Zügen, die von den Verkehrsverbünden bei uns bestellt werden", betonte Lücking an diesem Abend mehrmals, wobei er sich wegen des zwischen Nürnberg und Dresden fahrenden Franken-Sachsen-Expresses mit Ackermann mächtig in die Haare bekam. Ackermann meinte, dass der Express lediglich eine Mogelpackung der Bahn sei, die sich den Fernverkehr von den regionalen Angeboten bezahlen lasse.

"Speziell Werdau ist ein kompliziertes Pflaster, besonders was das Fahrgastaufkommen angeht. In der Kreisstadt steigen am Tag im Durchschnitt keine 500 Leute in den Zug ein. In Steinpleis sind es gerade mal zwei", sagte Hans-Jürgen Lücking. Schuld daran, so der Tenor, sei die Kommune Werdau, die nicht erst seit dem Bau der Westtrasse deutlich für den Transport über die Straße plädiere. "Eine kurze Verbindung nach Thüringen scheint in dieser Stadt nicht gewünscht, aber wir halten daran fest, die Ost-West-Bahn durch den Werdauer Wald wieder zu beleben", betonte Ackermann.

Derzeit würde sich die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) als Pächter der vor knapp neun Jahren stillgelegten Verbindung allerdings vorrangig mit denjenigen Strecken beschäftigen, auf denen eine Reaktivierung aussichtsreicher sei als hier. Die Mitglieder des Fördervereins wollen sich dennoch weiter mit dem Freischnitt der Strecke beschäftigen. Als Nächstes sei der Bereich zwischen Leubnitz-Forst und Langenbernsdorf dran, betonte der Vereinsvorsitzende. (TMP)

 

 

 

 

Freie Presse – Werdauer Zeitung – Montag, 18. Februar 2008

 

 

 

Freie Presse –Zwickauer Zeitung – Donnerstag, 07. Februar 2008 – Seite 16